THE HEAT
Durch Mauern gehen oder Ghost Riders in the Sky

Ein Recherche-Projekt

Brauchen wir Mauern, um uns hinter ihnen frei bewegen zu können?
Brauchen wir Mauern, um uns zwischen ihnen begegnen zu können?

Wir grenzen uns ab.
Wir mauern uns ein.
Wir schotten uns ab.

Ein starkes Subjekt braucht eine starke Identität.
Und eine starke Identität kennt seine Mauern?!

Pandora Pop sagt: Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen.
Die Mauer ist da.
Die Mauer sind wir.


RECHERCHE
Im Sommer 2018 reiste ein Teil der Gruppe Pandora Pop an die amerikanisch-mexikanische Grenze bei San Diego/Tjiuana, um sich ein Bild von den Fortschritten der dort geplanten Mauer zu machen und mit Menschen vor Ort in Kontakt zu treten. Mit den eigenen Biographien im Gepäck, geprägt von einer Kindheit im Angesicht des Eisernen Vorhangs, wurde uns fernab von der Heimat klar, welche Symbolkraft dieser Ort für eine aktuelle globale Symptomatik hat. Denn anhand der jüngsten politischen Ereignisse und Wahlergebnisse weltweit wird deutlich, dass Mauern, ob physisch real oder in unseren Köpfen, hier wie dort, wieder von großer Relevanz sind. Sie stehen für ein verformbares Verständnis von Gemeinschaft, Zusammenhalt und Sicherheitsempfinden. Nirgends wird dies so sichtbar und bekommt soviel Aufmerksamkeit von den Medien wie an jenem Punkt, an dem Nord- und Mittel-, bzw. Südamerika aufeinander treffen. Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, dem in San Diego geborenen und aufgewachsenen amerikanischen Schauspieler und Medienwissenschaftler Michael Rodriguez, besuchten Gunnar Seidel, Norman Grotegut und Anna Winde-Hertling wichtige Standpunkte entlang der Grenze und führten Interviews mit Menschen, die im Zusammenhang mit ihr stehen. Zudem konnte die Bühnenbildnerin und Aktivistin Tanya Orellana aus Los Angeles für das Projekt gewonnen werden. Tanya ist Tochter von Migranten aus El Salvador, ihre eigene Biografie, sowie die Flüchtlingshistorie ihrer Eltern, prägen immer auch ihr künstlerisches Schaffen und politisches Wirken. (www.tanyaorellana.com)



PROJEKT
Zusammen mit unseren Gästen plant Pandora Pop ab 2021 mit ‚THE HEAT’ eine multiperspektivische Aufführung, welche die Komplexität globaler Verstrickungen sowohl formalästhetisch als auch inhaltlich aufgreift. Angefangen bei der Tatsache dass das Superfood Avocado in meinem Low-Protein-Salat im Holy Burger in München Haidhausen, beim Luibl in Eggenfelden/ Niederbayern oder in San Diego Hillcrest dazu führt, dass ganze Landstriche austrocknen und Menschen ihr Land verlassen müssen, um es woanders vermeintlich besser zu haben. Bis zu den Auswirkungen unseres Rindfleisch-Konsums auf die Argrar-Politik bestimmter Länder oder die daraus resultierende Entstehung von (Drogen)-Kartellen und illegalem Waffenhandel. Alles hängt mit allem zusammen. In San Diego/ Tijuana haben wir mit einen Grenzbeamten interviewt, die NGO ‚Dignity not Despair‘ begleitet, sprachen mit Macario, einem geflüchteten Jugendlichen, mit einer Ordensschwester in Tijuana und nahmen Kontakt auf zur konservativen Aktivistengruppe „San Diegans for Secure Borders“. Wir besuchten die Grenzübergänge Otay Mesa und San Ysidro, die Prototypen der Trump-Mauer, Sea World und ein Frauenhaus in Tijuana. Wir begleiteten die ‚Border Angels‘ zum Water Drop Point in der Wüste bei Jacumba und sangen ‚I’ve been looking for freedom’ an einem Metall-Zaun. Wir versuchten die Grenze mittels Gedanken zu transzendieren und ließen die Erde mittels indigener Rituale beben. Nun sind wir eins mit der Mauer. Die Mauer sind wir.

Weitere Informationen, eine Projektbeschreibung und Videomaterial, kann unter info@pandora-pop.de angefordert werden.



Galerie

Förderer und Unterstützer

Die Recherche wurde gefördert durch:





Kulturreferat der Landeshauptstadt München